Unternehmensprofil und Bewertungen im Handwerk

Google-Unternehmensprofil und Bewertungen: das Fundament vor jedem Werbe-Euro

Suchen Sie auf dem Handy nach „Elektriker“ und dem Namen Ihrer Stadt. Über den blauen Links stehen drei Kartentreffer mit Sternen, Bewertungszahl und Anruf-Knopf. Zwei davon nebeneinander. Betrieb A hat 4 Bewertungen, die letzte von 2023, drei Fotos vom Firmenschild. Betrieb B hat 90 Bewertungen, zwölf davon aus diesem Quartal, Fotos von Zählerschränken, Wallboxen und dem Team, und unter jeder Bewertung steht eine Antwort. Beide sind gute Elektriker. Der Anruf geht an B.

In einer größeren Stadt stünde Betrieb A nicht mehr in der Karte, sondern auf Position 7. Dort klickt bei lokalen Suchen kaum jemand.

Die Übersicht aller 30 Hebel steht im Artikel Warum Handwerker Leads verlieren. Die Reihenfolge hier hat einen Grund. In unserer Auswertung von Search-Console-Daten mehrerer Kundenprojekte über 90 Tage lag die Klickrate lokaler Dienstleister auf den Positionen 4 bis 20 bei 0 bis 0,5 Prozent, bei überregionalen Geschäftsmodellen bei 10 bis 15 Prozent. Lokal zählt nur das Local Pack. Blogartikel helfen dort nicht, Profil, Bewertungen und Verzeichniseinträge schon.

Hebel 1: Angebot mit Kante

Kosten: 0 Euro, nur Risiko. Prio A.

Warum. Der Kunde ruft den an, der ihm etwas Konkretes verspricht: Termin innerhalb von 48 Stunden, Festpreis für die Anfahrt, kostenloser Vor-Ort-Check, Notdienst in 60 Minuten. Dieses Versprechen steht im Profil, auf der Website und später in jeder Anzeige.

Typischer Fehler. „Zuverlässig, kompetent, fair.“ Das steht bei fast allen, also liest es niemand. Ein Versprechen, dessen Bruch nichts kostet, nimmt niemand ernst.

Was zuerst. Ein Satz, den Sie einhalten können und der wehtut, wenn Sie ihn brechen.

Hebel 2: Google-Unternehmensprofil vollständig gepflegt

Kosten: 0 Euro, 2 bis 4 Stunden im Monat. Wirkung nach 2 bis 6 Wochen. Prio A.

Smartphone mit einer Kartenansicht und Standortnadeln vor dem Eingang einer Werkstatt
Symbolbild, KI-generiert

Warum. Das Profil ist die Hauptquelle lokaler Anrufe. Ob Sie zu einer Suche passen, entscheidet Google anhand Kategorien, Leistungen, Fotos und Aktivität im Profil.

Typischer Fehler. 2021 angelegt, drei Fotos, eine Kategorie, Öffnungszeiten seit dem Umzug falsch. Google liest daraus: vielleicht nicht mehr aktiv.

Was zuerst. Kategorien und Leistungen, danach 20 Fotos, erst dann die Wochenroutine.

FeldWas eintragenWie oft
KategorienEine Hauptkategorie, die zur Suche passt, plus Nebenkategorieneinmal, jährlich prüfen
LeistungenJede Leistung einzeln, zwei Sätze, Preisspanne wo möglichbei neuen Leistungen
BeschreibungVersprechen aus Hebel 1, Einzugsgebiet, Gewerkeinmal
ÖffnungszeitenInklusive Feiertage und Notdienstvor jedem Feiertag
FotosBaustellen, Ergebnisse, Team, Fahrzeug, kein Stockmaterialwöchentlich
Fragen und AntwortenDie fünf häufigsten Telefonfragen selbst einstellen und beantworteneinmal, dann bei Bedarf
BeiträgeSaisonangebot, abgeschlossenes Projekt, neue Leistungmonatlich
Name, Adresse, TelefonEine Schreibweise, identisch mit Website und Verzeichnissennie ändern ohne Abgleich

Hebel 3: Bewertungsroutine

Kosten: 0 bis 40 Euro im Monat. Prio A.

Kundin hält im frisch sanierten Bad ein Handy mit fünf Sternen
Symbolbild, KI-generiert

Warum. Bewertungen sind der wichtigste Ranking- und Vertrauensfaktor im Local Pack. Für Google Local Services Ads sind mindestens fünf Bewertungen Voraussetzung. Ob nach drei Jahren 4 oder 90 Bewertungen im Profil stehen, entscheidet die Routine.

Typischer Fehler. Der Betrieb bittet nur, wenn es gerade passt, also selten. Auf Kritik antwortet niemand, auf Lob auch nicht. Und auf der Website tauchen die Bewertungen nirgends auf.

Was zuerst. Eine Karte mit QR-Code, die der Monteur beim Abschluss auf den Tisch legt, oder eine Nachricht nach dem Auftrag mit direktem Link. Gegenleistungen für gute Sterne und gekaufte Bewertungen sind tabu, beides verstößt gegen das Wettbewerbsrecht. Dann antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf die schlechte. Drei bis fünf Bewertungen kommen als eigener Text auf die Website, ohne Widget eines Drittanbieters.

Hebel 4: Website, die Kontakt erzwingt

Kosten: einmalig. Verdoppelt Anfragen aus vorhandenem Traffic, ein Erfahrungswert aus laufenden Projekten. Prio A.

Handy mit einer Website, auf der oben ein großer Anruf-Knopf sitzt
Symbolbild, KI-generiert

Warum. Wer aus dem Profil auf die Website klickt, hat sich fast entschieden und will Kontakt aufnehmen. Muss er die Telefonnummer erst suchen, ist er beim nächsten Treffer.

Typischer Fehler. Startseite mit Galerie und Firmengeschichte, Kontakt hinter drei Klicks, Telefonnummer als Text statt als Link.

Was zuerst. Ein Anruf-Button, der auf dem Handy unten klebt, und WhatsApp als zweiter Weg. Dazu ein Formular mit drei Feldern, Preisspannen je Leistung, eine Terminbuchung und Vorher-Nachher-Bilder statt Stockfotos. Dazu die Pflicht: keine Schriften von Google-Servern, keine fremden Einbettungen, Newsletter nur mit Double-Opt-in.

Hebel 5: Messung

Kosten: 10 bis 60 Euro im Monat. Prio A.

Warum. Ohne Messung bleiben Anrufe unsichtbar. Nach drei Monaten wissen Sie sonst nicht, ob die neuen Aufträge aus dem Profil, von der Website oder aus der Anzeige kamen.

Typischer Fehler. „Die meisten kommen über Empfehlung.“ Das ist geschätzt, gezählt hat es niemand.

Was zuerst. Anrufe, WhatsApp-Nachrichten und Formulare je Kanal zählen, und jede Anfrage bekommt im Kundensystem eine Quelle. Das steht am ersten Tag.

Hebel 6: Verzeichnisse

Kosten: 0 bis 50 Euro im Monat. Prio B.

Leere Visitenkarten und Ordner als Bild für einheitliche Firmendaten in allen Verzeichnissen
Symbolbild, KI-generiert

Warum. Google gleicht Ihre Firmendaten mit Apple, Bing, 11880, Gelbe Seiten, Das Örtliche und Branchenportalen ab. Stimmen die Daten überall überein, ist das ein Ranking-Signal. Weichen sie ab, stört das.

Typischer Fehler. Der Firmenname in drei Schreibweisen, bei zwei Portalen noch die alte Adresse, dazu eine Festnetznummer, die niemand mehr abnimmt.

Was zuerst. Eine Schreibweise für Name, Adresse und Telefon festlegen, dann alle Einträge einmal durchgehen.

Was zuerst

  1. Angebot mit Kante formulieren.
  2. Bewertungsroutine starten, weil sie am längsten braucht.
  3. Unternehmensprofil vollständig ausfüllen, 20 Fotos, Wochenroutine.
  4. Website auf Kontakt umbauen, Messung im selben Zug.
  5. Verzeichnisse abgleichen.
  6. Erst jetzt Werbebudget. Was eine Anfrage über Anzeigen kostet, steht im Artikel zu Google Ads für Handwerker.

Um Bewertungen bittet der Betrieb selbst, weil das beim Kunden am Tisch passiert. Profil-Pflege, Website und Messung gehören bei Blitzsicht zum Standard, bevor Werbebudget fließt. Was das umfasst, steht auf der Seite zum Business-Paket.

Häufige Fragen

Wie viele Bewertungen brauche ich?

Für Google Local Services Ads verlangt Google mindestens fünf Bewertungen im Unternehmensprofil. Für das Local Pack gibt es keine feste Zahl. Nach unserer Erfahrung zählt zweierlei: mehr Bewertungen als der direkte Wettbewerber im Local Pack und aktuelle aus den letzten Monaten.

Darf ich Kunden um Bewertungen bitten?

Ja. Eine Karte mit QR-Code beim Abschluss oder eine Nachricht nach dem Auftrag ist zulässig, weil sie eine Antwort auf einen bestehenden Auftrag ist. Nicht zulässig sind Gegenleistungen für positive Bewertungen, etwa ein Rabatt für fünf Sterne, und der Kauf von Bewertungen. Beides verstößt gegen das Wettbewerbsrecht und kann abgemahnt werden.

Was gehört ins Google-Unternehmensprofil?

Die richtige Hauptkategorie und passende Nebenkategorien, jede Leistung einzeln mit Beschreibung, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, das Einzugsgebiet, eine Beschreibung mit Ihrem Versprechen, regelmäßig neue Fotos von echten Baustellen, beantwortete Fragen und ein Beitrag pro Monat. Name, Adresse und Telefonnummer müssen exakt so geschrieben sein wie auf der Website und in den Verzeichnissen.

Warum reicht die Website allein nicht?

Weil die Website bei lokalen Suchen selten geklickt wird. In unserer Auswertung von Search-Console-Daten lag die Klickrate lokaler Dienstleister auf den Positionen 4 bis 20 bei 0 bis 0,5 Prozent. Der Anruf kommt aus den drei Kartentreffern, und die speisen sich aus Profil, Bewertungen und Verzeichnissen. Die Website hat eine andere Aufgabe: Wer aus dem Profil auf sie klickt, muss in zwei Sekunden anrufen oder schreiben können.

Was das für Ihren Betrieb heißt

Betrieb B hat keinen Euro mehr für Werbung ausgegeben als Betrieb A. Er hat nach jedem Auftrag eine Karte hingelegt, jede Woche ein Foto hochgeladen und auf jede Bewertung geantwortet, drei Jahre lang. Zusammen kosten die sechs Hebel weniger als ein Monat Anzeigen. Sie müssen aber stehen und gepflegt bleiben, sonst bringt der erste Werbe-Euro wenig.

Quellen

  • Voraussetzung von mindestens fünf Bewertungen für Local Services Ads: kreativertexter.de, Google Lokale Dienstleistungen
  • Klickraten nach Position: eigene Auswertung von Search-Console-Daten mehrerer Kundenprojekte über 90 Tage, Stand September 2026.

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